Icefields Parkway
- renatowinteler2
- 31. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit
In den Rockys an der Grenze zwischen Alberta und British Columbia präsentiert sich laut Reiseführer eine der schönsten Strasse der Welt. 233km lang führt der Icefield Parkway über rund drei Pässe vom Jasper Nationalpark zum Banff Nationalpark. Auch wir haben die Strecke bewältigt – sogar zweimal.
Doch schön chronologisch. Nach unseren Abenteuern rund um Edmonton sind wir wieder nach Westen in die Berge gefahren mit dem Ziel Jasper. Hier fanden wir sehr eindrückliche Bilder vor, welche nur schwer zu verdauen waren. 360km2 Wald wurden im vergangenen Juli bei einem riesigen Waldbrand zerstört. Die Flammen standen bis zu 50m hoch und die Hitze so gewaltig, dass 500m neben dem eigentlichen Brand Spontanbrände ausbrachen. Ein Drittel des Dorfes Jasper wurde dabei zerstört. Die Bilder, welche sich uns ein Jahr danach präsentierten, stimmen fassungslos, traurig, nachdenklich, schweigsam.
So durchfuhren wir um Jasper rum diese Waldbrandflächen. «Zurück zum Start», waren Andreas Worte und siehe da, bereits beginnt die Natur den Weg zur neuen Entfaltung zu finden. Erste Gräser spriessen, fliegende Tiere sind wieder eingezogen und auch die grössten Vertreter der Säugetiere, wie Elch, Wapiti, Schwarzbären und Grizzly ziehen durch die Einöde.
Eine erste Exkursion führte uns in ein Nebental, welches vom Brand grossmehrheitlich verschont wurde. Die Wildbeobachtungen waren dort wunderbar, wenn z.T. auch schon fast kitschig.
Und so kam der Tag, an welchem wir uns auf diese Traumstrecke begaben. Früh morgens fuhren wir los, um möglichst viele Wildtiere zu sehen und die ersten Touristenattraktionen noch ohne Gruppentourenbusse zu geniessen. Das Wetter war mässig, bedeckt mit leichtem Regen. So blieb uns die Sicht auf die Bergwelt oftmals verwehrt. Die wilden Täler entgingen uns aber nicht und so reihte sich ein wildes Tal von mehreren hundert Metern Breite ans nächste. Unendliche Wälder, welche nicht für den Menschen erschlossen sind und atemberaubende Gletscher entzückten unsere Sehnerven.
Am Ende angekommen war leider der Campground ausgebucht und so mussten wir im Overload Parking übernachten gehen. Das war eine neue Erfahrung, hatten wir bis anhin kaum «Konkurrenz», doch offenbar hatten wir nun die touristischen Hotspots erreicht und die hiesige Sommersaison hat ihren Anfang gefunden.
«Wer auf dieser Reise keine Wildtiere sieht, der hat wirklich Pech gehabt.» (Zitat aus Reiseführer). Da sind wir doch extra früh aufgestanden, haben bewusst die Plätze nach Wildtieren gewählt und haben schliesslich genau ein Wildtier auf diesen 233km gesehen: Wapitis auf dem Zeltplatz von Jasper neben unserem Camper, wo sie sich immer aufhalten…Tja.
Für die Hinreise hatten wir die touristischen Attraktionen (Wasserfälle, Parkzentren, Gletschertor usw.) geplant und für die anstehende Rückreise waren ein paar schöne Wanderungen angesagt. Eindrücklich war der Temperaturunterschied der beiden Täler. So fiel die Temperatur in Lake Louise am Morgen unter Null Grad und alle türkisen Seen waren noch gefroren. Doch bereits auf der Gegenseite des ersten Passes waren die Temperaturen deutlich über Null. Da fanden uns auch die ersten, wilden Wanderwege, welche wir bewanderten und einzelne Familienmitglieder waren wohl nicht so enttäuscht, als wir nach dem ersten Grizzlyabdruck in einer Schlammpfütze dann doch noch weitere Wandernde antrafen (obwohl wir ja neu mit Bärenspray unterwegs sindJ)
Die zweite Wanderung sollte uns dann über die Waldgrenze führen. Ziele waren weitere neue Vogelarten der subalpinen Stufe sowie zwei weitere Säugetierarten. Doch wir mussten nach etwa 150 Höhenmetern Forfait geben, zu tief sanken wir noch im Sulzschnee ein, sodass manche zu nass waren um nicht zu stark zu frieren im sehr starken «Föhn». Das Erlebnis in diesem Schnee war trotzdem wunderbar, auch wenn die gesuchten Arten nun noch etwas auf uns warten müssen.
Die digitalen Vorlesungen sowie die Papers zu den aktuellen Forschungen im Park, welche Andrea während dieser Zeit konsumierte, waren für die ganze Familie sehr spannend und Wissens erweiternd. Immer wieder öffnet dies auch das Feld, die Situation in der Schweiz als Vergleich zu betrachten (Umgang mit Grossraubtieren, Besucherlenkung, Waldbrand und Klimawandel und viele weitere spannende Themen).
Neben dem Zeltplatz von Jasper hält sich aktuell eine Grizzlymutter mit ihren beiden Jungen auf (Wegen des verbrannten Waldes sieht man sie auch sehr gut). Sehr spannend zu sehen, wie die Parkranger damit umgehen. Die Grizzlys werden richtgehend erzogen. Sobald sie zu nahe an den Zeltplatz kommen, werden sie zuerst mit einem Signalton gewarnt. Wenden sie nicht oder entfernen sie sich nicht wieder, dann werden sie mit einem Geschoss vergrämt. Und das alles unter grösster Ruhe und Gelassenheit, so wie es sich für Kanadier gehört.
Nun geht es gegen Norden. Wie wir es vermutet haben, sind die Bedingungen langsam etwas «härter». So steht uns das Internet nicht mehr jeden Tag zur Verfügung und die Campgrounds sind häufiger nur noch Plätze ohne jeglichen Komfort (=Elektrizität/Frischwasser/Abwasserrohr).
(Renato)








































































Uii nei, das ist wirklich krass wegen dem Waldbrand! Wir mussten in Jasper damals auch auf dem overload parking übernachten, aber da wars noch grün ...