Unendliche Weiten - Schneeberge- Smog
- renatowinteler2
- 19. Juni 2025
- 3 Min. Lesezeit
In Whitehorse haben wir eine ganze Wochge verbracht. Neben dem Alltag haben wir viele Glücksmomente erlebt:
Zweimal konnten wir an einem OL teilnehmen. Die middle der Yukonmeisterschaften fand in einem Wald statt. Manche hatten da so ihre Suchmomente - ich glaube, ich bin noch nie auf einer so schwierigen Karte gelaufen. Ein paar Tage später versuchten wir die Bahn nochmals in der ganzen Familie "spazierend" und wir haben auch dann nicht alles gesehen oder gefunden. Echt cool! Zum Glück erfuhren wir später, dass der magnetische Pol 70 Grad in die Erde zeigt und somit der Kompass nicht schnell reagiert oder immer wieder pendelt. So fanden wir wenigstens eine Erklärung für unsere erfolgreichen Suchaktionen.
Das Coolste: An diesem OL trafen wir eine Primarlehrerin einer Französichen Schule. Sie lud uns zu sich in den Unterricht ein (2. Klasse, Alter von Tiemo). So hatten wir doch noch die Möglichkeit, einen ganzen Morgen in einer kanadischen Schule zu verbringen. Unsere Kinder übten vorgängig, sich auf Englisch (Tiemo & Anna-Lena) und Französisch (Madlaina) vorzustellen, von der Schweiz zu erzählen, zu erklären, wie die Schule in der Schweiz ist und wie es ihnen im Homeschooling gefällt. Die Nervosität war riesig - aber es lief immer so, wie es unter Kindern läuft: Sie wurden herzlichst aufgenommen, an der Hand genommen und mit Händen und Füssen liessen sich alle Fragen klären.
Für Whitehorse haben wir auch Kanu fahren geplant. Zu fünft in einem Kanu, jeah, das macht Spass. Zum Glück ging es den Yukon abwärts. Leider hatte der Yukon fast keine Strömung, dafür blies uns gegen Ende ein so heftiger Gegenwind entgegen, dass Aufwärtsfahren einfacher gewesen wäre. Mittlerweile sind auch diese Muskeln wieder etwas erholt. Die Szenerie in dieser wilden Natur hat dafür alle Anstrengungen entschädigt.
Wir staunten nicht schlecht, als wir aus der CH Nachrichten vom Smog erhielten. Das Ausmass dieser Brände ist gewaltig und sehr besorgniserregend. Da wir westlich der grossen Brände sind, blieben wir wegen der Winde lange Zeit verschont, bis wir von Whitehorse nach Haines Junction fuhren.
Auf halber Strecke übernachteten wir an einem einsamen See. Einsam in Bezug auf die restlichen Menschen, die Mücken hatten hingegen wohl gerade eine grössere Party geplant. Ein kurzer Platzregen liess uns nochmals saubere Luft atmen, doch die Wanderung am kommenden Tag brachen wir auf halber Strecke ab, da der Rauch sehr stark war. Es sah aus wie im Herbst, wenn Bodennebel aufkommt, einfach dass die ganze Sicht so gefärbt war.
Die Waldbrand-App zeigte uns, dass wir in Haines Junction direkt in die zweithöchste Smogstufe fahren würden. So reisten wir an Haines Junction vorbei weiter nördlich in einen Bereich, der weniger belastet war. Von da an planten wir spontan, immer mit Blick auf den Radar. Zum Glück kam Regen, der den Smog wegputzte und so sahen wir schliesslich, dass sich in der Region vom Kluane Nationalpark riesige Schneeberge auftürmen.
Wir konnten hier mehrere z.T. auch längere, einsame Wanderungen machen, welche uns die wilde Natur Kanadas so richtig zeigte. Häufig viel der Spruch: "So habe ich mir Kanada vorgestellt!"
Im Nationalparkzentrum erkundigte ich mich, auf welchen Wanderungen wir gut Tiere beobachten könnten. Die nüchterne Antwort: "Ah, fahren Sie einfach den Strassen entlang, dann sehen Sie die Tiere!"
Offenbar wissen jetzt die Grizzlys, dass wir mit zwei Bärensprays bewaffnet sind. Sie haben sich nämlich nicht wieder blicken lassen, leider.
In dieser Gegend kann man die Regel aufstellen: Je schöner der Zeltplatz, je geringer der Stromfluss und desto unmöglicher eine WiFi Verbindung: Interessant, wie unterschiedlich das bei verschiedenen Familienmitgliedern ankommt;-)
Gestern haben Andrea und ich die 225. Vogelart Kandas bestimmt. Wahnsinnig, was für eine Vielfalt wir hier vorfinden. In jedem neuen Lebensraum starten wir unsere Suche - und werden fast immer fündig.
Und heute, besser gesagt in einer Stunde, starten wir an der long der Yukon Orientierungsmeisterschaften - wir hoffen natürlich, dass wir es bis auf den Flug am 21. Juli zurückschaffen:-)
(Renato)




































































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