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"Hoppla" im Elk Island National Park

  • renatowinteler2
  • 23. Mai 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Nach unseren Orientierungsläufen (Blog folgt) haben wir uns entschieden, ein bisschen Tempo rauszunehmen und im Elk Island Nationalpark mehrere Wanderungen zu unternehmen.


Er liegt rund 50km westlich von Edmonton und besticht durch seine endemischen Espenwälder - wieder eine neue Landschaft mit neuen Vögeln.


Unserein wollte aber vor allem Bisons sehen, welche hier ebenfalls vorkommen sollten. Sogar zwei Unterarten: Waldbisons und Wiesenbisons. Damit sie gut geschützt sind und nicht davon laufen, ist der ganze Park von einem Zaun umgeben (150km2!!) und damit sich die Bisons nicht mischen, wird in der Mitte, wo eine Autobahn durchführt, gleich nochmals gesperrt.


Wer die Wintelers kennt, kann sich vorstellen, dass sie nicht die 800m Wanderung, sondern die 15km Tour und somit die längste, wählt: So steigen auch die Chancen, Bisons zu sehen. Da sind wir also mal 15km gewandert und ausser Kuhfladen (von Bisons) haben wir rein gar nichts gesehen. Damit wir nicht ganz verzweifelten, sind wir kurzerhand ins Nationalparkzentrum gefahren, um Bisonsinformationen zu erhalten.


Die nette Frau hat sich erst gleich wahnsinnig entschuldigt, dass wir keine Bisons, Mooses (Elch) bzw. Elks (Wapitihirsche) gesehen hätten, das wäre ja fast nicht möglich!!! Und zudem wäre soeben ein Besucher vorbeigekommen und gemeldet, dass sie weiter oben im Park alle am Strassendrand stehen würden, also die Bisons...


Ganz ehrlich, auch wir sind dann der Strasse entlanggefahren, sogar den 400m Bisonssightseeningloop und haben diese mächtigen Tiere am Strassenrand bestaunt. Da fragt man sich schon, wie man am Abend die Kinderklagen gegen 15km wandern abwenden soll...


Etwas fade für uns die Tatsache, dass da oft dieser Zaun sichtbar ist und man sich eher auf einer grösseren Kuhweide fühlt, denn in einem Nationalpark.


Eine weitere Wanderung, dieses Mal 4km mit 10km Verlängerung für mich, wurden dann mit wunderbaren Tiererlebnissen belohnt.


Und so kam es, dass Andrea und ich einstimmig die Kinder überstimmten, dass wir an unserem letzten Tag nochmals eine 12km Wanderung machten, wieder in der Hoffnung, auf Bisons weiter weg von der Strasse zu stossen.


Wir wanderten Biberseen entlang, auf jedem Tümpel trohnte eine riesige Biberburg, dutzende neue Vögel konnten wir bestimmen doch die Kilometer wurden sehr lange, vor allem für die kürzeren Beine.

Schliesslich entschieden wir uns gegen Ende sogar die Abkürzung 1200m statt 1400m zu gehen, da es doch langsam spät wurde (1800Uhr) und wir noch an einen neuen Zeltplatz reisen mussten.


So kamen wir schliesslich um die letzte Kurve unserer Tour, die Strasse in Sichtweite - doch Hoppla: Ein Hühne von einem Bisonbullen stand da 50m vor uns !auf dem Weg!


Kein Zaun, keine Autohülle dafür verängstigte Kinder, 1000kg Fleisch auf der Gegenseite, das auferlegte Verbot, jetzt noch Fotos zu schiessen....und im Rücken: 10 Kilometer in die Gegenrichtung zur gleichen Strasse??


Jetzt sind wir satte 30km durch diesen verfl... Park getschalpt und haben keinen A.. von einem Bison gesehen. Doch bei den letzen 200m vor der Heimreise steht uns dieser Bisonbulle im Weg und lässt uns etwas ratlos dastehen. Wir sehen die Strasse, links vom Bison undurchdringlicher Urwald, rechts Sumpfgebiet mit Biberteich.


Keine Touristen wandern länger als eine Stunde durch den Park, wenn überhaupt. Wieso auch! Man kann die Bisons bequem vom Auto aus beobachten. Doch dir Winteler wollten ja ein bisschen mehr Natur sehen! Und was machst du, wenn dir einer einfach den Weg zu deinem Wohnmobil versperrt.


Umso netter, dass an der Strasse zwei Autotouristen einen zweiten Bisonbullen durch ihr Störmanöver in unseren Wanderweg hineintrieben und wir nun mit zwei netten, männlichen Bisons in Berührung kamen (Das nett rede ich mir jetzt einfach ein...).


11.8km zurückwandern konnte konditionell ausgeschlossen werden. Notfalltelefon Nationalparkzentrum wäre eine Option. Einfach einmal abwarten eine weitere - doch schau dir den Bison an: Er legt sich doch einfach auf den Weg und markiert die Sandstelle, wo er gerade liegt.


Da gab es kein Halten mehr und wir gingen den Weg zurück bis zu einer Kreuzung, bei welcher wir einen Umweg zur praktisch gleichen Stelle nehmen konnten - ohne zu wissen, ob die Bisons bis dann dorthin gewandert waren...


Zum ersten Mal, dass wir (Andrea und ich) uns nicht aufgeregt hätten, wären die Kinder etwas lauter unterwegs gewesen. Doch wir (also wieder Andrea und ich) mussten uns die ganze Zeit anhören, wie peinlich wir wären mit unserem Gejohle im Wald....


Glücklicherweise konnten wir die Bisonstelle ganz knapp umwandern und wurden schliesslich noch von einem sehr nahen Biber belohnt.


Ich weiss nicht genau, wie lange es ging, bis das letzte Familienmitglied sich beruhigen konnte...aber es geht uns allen immer noch gut - und morgen kaufen wir einen Bärenspray:-)

(Renato)









 
 
 

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Wie viele Kilometer wir schon gefahren sind, davon habe ich keine Ahnung. Wie viele Kilometer wir pro zerbrochenem Glas mittlerweile...

 
 
 

1 Kommentar


r.lienhart
23. Mai 2025

Diese Biber - einfach Zucker! und die Bisons - na ja!!!

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