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Die zwei Gesichter der Stadt Vancouver

  • renatowinteler2
  • 2. März 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Vor zwei Wochen verliessen wir die Rocky Mountains, kehrten nach Calgary zurück, um von dort mit der Air Canada an die Westküste nach Vancouver zu fliegen.


Dort angekommen konnten wir mit der Subway sehr unkompliziert ins Zentrum und somit direkt vor unsere Wohnung fahren: Wir sind hier in einem 36-stöckigen Wohnhaus untergebracht, wobei sich unsere Wohnung im 10. Stock befindet. Die Aussicht ist eindrücklich: Neben Subway und Autostrasse, die auf ein Viadukt gebaut sind und somit fast auf Augenhöhe an unserer Wohnung vorbeigehen, sehen wir auf eine Meerbucht, welche sich direkt im Zentrum von Vancouver befindet. Die Lichter aller Hochhäuser um uns herum sind einfach ein unglaublicher Anblick - jeden Abend wieder von Neuen!

Unsere Wohnung ist aber nicht nur bezüglich Aussicht einzigartig. Die Strasse, an der wir hausen, trennt die Stadt quasi in zwei Teile: Bewegt man sich gegen Westen, so sieht man die Stadt in ihrem wunderbaren Glanz, mit einer atemberaubenden Skyline, mit hervorragendem ÖV-System, mit tollen Museen und unglaublich schönen Parks (die v.a. auch ornithologisch sehr interessant sind). Auch die Strände am westlichen Ende der Stadt sind unglaublich schön und bekannt für eindrückliche Sonnenuntergänge.


Bewegt man sich von unserem Wohnblock allerdings auf die östliche Seite der Stadt, so zeigt sich ein ganz anderes Bild. Unser Reiseführer widmet dieser Seite der Stadt ein eigenes Kapitel mit dem Titel: Der "Horror on Hastings" - Kanadas Drogenhochburg.


Diese East Hastings Street, die gleich zwei Häuserreiehen hinter unserem Block beginnt, gleicht einem Slum: Drogensüchtige stehen, sitzen oder liegen herum, mit leeren Blicken und versetzen sich auf offener Strasse ihren Schuss. Wie Zombies bewegen sie sich durch die Strassen oder stehen vornübergebeugt herum. Die Grenze von tot und lebendig ist in manchen Fällen kaum mehr auszumachen...


80% der auf der Strasse vertickten harten Drogen sind mit Fentanyl gestreckt. Dieses hat eine ca. 50x stärkere Wirkung als Heroin und ist gleichzeitig sehr billig und leicht zu kaufen. Das Problem dabei: Schon kleinste Mengen führen zu einer Überdosis, was zur Folge hat, dass in der oben erwähnten Drogenhochburg "hinter" unserem Wohnblock pro Tag durchschnittlich 8 Menschen ihr Leben verlieren, bzw. dass unzählige Male Krankenwagen mit Blaulicht an unserem Haus in Richtung Osten vorbeifahren...


Ganz ehrlich, an diesen Anblick von so vielen "addicted homeless" können und wollen wir uns nicht gewöhnen!


Nun möchte ich aber doch noch etwas von der schönen Seite dieser Stadt erzählen.

So haben wir jeden Tag Ausflüge gemacht und allerlei tolle Orte besucht: So waren wir an der Universität von British Columbia, wo wir nebst einem OL-Training auch das Museum Beaty Biodiversity besuchten - ein Museum, welches einem mit einem riesigen Blauwalskelett empfängt :-). An der Universität erhielt ich ausserdem diverse Einblicke in vielseitige Forschungsprojekte im Bereich Biodiversität und Klimawandel.


Auch der Besuch des Vancouver Aquariums war sehr spannend. In diesem sind 9000 verschiedene Arten von Meereslebewesen zu finden sind. Beim Besuch der Science World erhielten wir verschiedene und sehr spielerische Einblicke in die Naturwissenschaften - aus der Chemieshow konnte ich dann auch gleich ein paar spannende Versuche für meinen Unterricht abkupfern ;-).


Erwähnenswert ist auf jeden Fall noch der Besuch auf dem Vancouver Tower. Auf diesem hat es zuoberst ein Drehrestaurant, in welchem man über die ganze Stadt und aufs Meer (fast) bis nach Vancouver Island sehen kann. Kurz bevor wir mit dem Lift (welcher sich übrigens ausserhalb des Towers befindet und ausschliesslich aus Glasscheiben besteht ;-)) wieder nach unten fuhren, schüttelte es den gesamten Turm kurz durch - unten angekommen, erfuhren wir, dass sich soeben ein Erdbeben der Stärke 4.9 ereignet hatte...


Da die Stadt durch Meeresbuchten und Flüsse getrennt ist, ist es oftmals am Schnellsten, wenn man die ÖV übers Wasser nutzt. So gibt es in der Stadt unzählige kleine Wassertaxis, die einen relativ schnell in einen anderen Teil der Stadt bringen.


Das Wetter hier an der Westküste ist übrigens völlig anders als jenes in der Region Calgary. Die Temperaturen sind nun immer schön im positiven Bereich. Heute erreichten sie sogar frühlingshafte 14 Grad. Ausserdem regnet es hier an der Küste täglich. Die Frage ist somit nicht ob es regnet, sondern ob es auch mal wieder aufhört ;-). Auf den Wetterbericht ist diesbezüglich kein Verlass, darum: Schirm einpacken und gen' Himmel schauen - auf diese Prognose kann man sich am besten verlassen ;-).


Nun setzen wir unsere Reise fort und werden mit der Fähre nach Victoria fahren. Von dort gehts weiter nach Sooke, welches sich ganz im Süden von Vancouver Island befindet. Somit verlassen wir die Grossstadt und werden uns in den kommenden zwei Monaten in einem etwas kleineren Städtchen aufhalten, worauf wir uns sehr freuen! (Andrea)










 
 
 

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1 Kommentar


r.lienhart
05. März 2025

Liebe Familie Winteler,

ui wie die Zeit vergeht - auch bei uns. Irgendwie habe ich es bis jetzt verhängt, euch zu folgen. Aaaaber jetzt habe ich grad alles in einem Rutsch gelesen! Mega, mega, mega cool (zum Glück wohl nicht mehr ganz so sehr), lustig, spannend, eindrücklich und interessant! Besonders gefallen hat mir der Beitrag mit den Fragen und euren verschiedenen Antworten! Und natürlich die OLbilder samt Filmli! und die Vögel, und ... Einfach toll!!

Ich wünsche euch von Herzen noch ganz viele unvergessliche Erlebnisse - und von jetzt ab lese ich euren Blog regelmässig. Und sagt dann bitte Vancouver Island einen lieben Gruss von mir!

Machts gut und herzliche Grüsse

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