Bye bye Banff
- renatowinteler2
- 21. Feb. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Und schon ist unsere zweite Etappe zu Ende und wir befinden uns bereits in Vancouver.
Gerne erzählen wir abschliessend in ein paar Zeilen von unseren Erlebnissen im eisig kalten Banff - und um es gleich vorweg zu nehmen: Die Prognose, dass das Thermometer in Richtung 0 geht, war leider Fake News. Da aber Mittelcanada Temperaturen mit Windchill um minus 40 Grad rum hatte, waren wir mit unseren minus 10 Grad ganz gut bedient. Es stellte sich gegen Ende auch einen Gewöhnungseffekt ein und sobald draussen die Nasenhärchen nicht mehr einfroren, wurde es ganz erträglich...
Banff war für uns eine Art "Skiferien" und so haben wir nebst den Wochenenden auch einige Tage in der ganzen Familie genossen. Also auch Andrea machte arbeitsfreie Tage und die Schulzeit der Kinder haben wir bewusst reduziert und nur Mathe und Englisch gebüffelt. Wahrscheinlich hätten wir sogar auch den Schulstoff öfters ausgelassen, doch eben - diese Temperaturen liessen keine längeren Tage zu...
Von den Aktivitäten her wechselten wir jeweils zweitägige Sporterlebnisse mit kulturellen Aktivitäten oder Wellnesserlebnissen ab.
Einerseits war das eine gemütliche Gondelfahrt auf einen Hausberg von Banff, auf welchem wir wenig bis gar nichts sahen, da es entgegen der Meinung der Wetterleute doch die eine oder andere Wolke hatte, etwas genauer gesagt würde man dies als stark bewölkt bezeichen. Das Missverständnis konnte wohl nicht an unserem nun doch schon leicht besseren Englisch liegen, da die Canadien ebenfalls mit Piktogrammen im Wetterdienst arbeiten. Dafür waren sehr wenige Touristen auf dem Berg und wir konnten unverhofft und völlig entspannt ein grandioses Buffet geniessen. Eigentlich hatten wir nur gehofft, dass wir irgendwie bezahlbare Burger, Hotdog oder Fries geniessen könnten, da der Bähnlipreis so in die Richtung der Jungfraubahn ging.
Im Anschluss wanderten wir den Berg runter. Dies ging in endlosen Serpentinen und die Kinder genossen es, die Kurven jeweils rutschend zu schneiden, als abzukürzen. Da unter dem Schnee die Wurzeln und Felsen nicht immer so deutlich sichtbar waren, kamen während den folgenden Tagen diese Rutschpartien bei jedem Hinsetzen wieder in schönster Erinnerung:-)
In diesem Bergrestaurant gab es eine sehr spannende Ausstellung zu den unterschiedlichsten Themen. Doch für uns das Wichtigste, das waren die Streifgebiete des Pumas rund um Banff herum. Diese merkten wir uns genau und so planten wir für den nächsten Tag eine wunderschöne Wanderung, welche normalerweise nur mit Schneeschuhen möglich wäre. Sie führte uns um den Tunnel Mountain, den zweiten Hausberg von Banff. Ausgerüstet mit Spurenbestimmungsbüchern, Vogelführer und Teleobjektiv machten wir uns auf den Weg. Wir hatten Banff noch nicht mal verlassen, entdeckte Anna-Lena bereits die ersten Mule Deer (4m neben dem Spazierweg). Das ist eine Hirschart, welche man mit den Weisswedelhirschen verwechseln könnte. Die Wildnis begann also schon vor der Haustür. Ausserhalb von Banff wurde der Wanderweg immer schmaler, die Wildnis ihrem Namen gerecht. Dem wilden Bowriver entlang führte uns der Weg durch Lichtungen, Felsen und Urwälder. Vom Puma aber, fehlte leider jede Spur. Umso schöner die Aussage der Frau im Nationalparkbüro einen Tag später, wie sie meinte, dass der Puma uns ganz bestimmt gesehen habe...
Übrigens führte auch meine Joggingstrecke genau durch dieses Pumastreifgebiet und es ist ja schon witzig, was das auslöst, wenn einem das so schwarz auf weiss bewusst ist. Man rennt nicht mehr ganz so locker - dafür umso schneller:-)
Cross country (klassisch) war angesagt, wieder in ein einsames Tal. Zum Glück hatten Andrea und ich jeweils die Uhren gestellt, damit wir ungefähr wussten, wie weit wir waren und wo wir in etwa waren. Man könnte da fast tagelang immer weiter gehen, doch wenn es schattig wird, dann kommt die Kälte und gegen die hilft kein Langlaufschuh. Eine spannenden Erkenntnis war für uns, dass in Canda vorwiegend klassisch gelaufen wird und dies in erster Linie als Skiwandern. Wir gehen davon aus, dass diejenige, welche Langlauf eher als Sport betreiben möchten, dies vor allem in Canmore auf den unendlich langen Trainingspisten machen (waren wir aber nie).
Für uns hat es auch so ganz gut gepasst und wir wanderten tags darauf mit den Skiern um den Lake Louise. Zum ersten Mal inmitten von sehr vielen anderen Touristen, welche auf dem See am Eislaufen oder spazieren waren.
Ein Museum über die First nation war sehr informativ und spannend. In diesem Museum ging es merheitlich um die Creek Indianer. Rund 100'000 Menschen sprechen noch die Sprache doch immer mehr Junge möchten lieber Englisch oder Französisch lernen. So versucht man nun aus den rund 6 Sprachen (Dialekten) der Creek eine Einheitssprache zu kreieren. Rumantsch Grischun lässt grüssen. Wir freuen uns nun auch auf die weiteren Begegnungen mit den indigenen Völkern, welche bereits schon an der Pazifikküste stattfinden könnten.
Als ein "Must" in jedem Reiseführer wurden die heissen Quellen beworben. Wir (oder viellecht auch nur ich) freuten uns auf ein cooles Wellness in heissen Quellen. Hmm, wie soll ich sagen. Also das Wasser im einzigen Bassin, das es überhaupt gab, war so heiss, dass man sich fast häufiger am Bassinrand aufhielt. Und die BademeisterInnen, welche in Skianzug, Sturmmütze und dicksten Handschuhen am Bassinrand zirkulierten, machte es irgendwie auch nicht heimeliger. Mein Verdikt: Jemand wollte die Touristenströme von etwas anderem ablenken und hat deshalb die heissen Quellen so beworben. Das wohl Eindrücklichste an diesem Tag war das Hotel bei der Anfahrt zur Therme, welches tatsächlich wie Hogwarts, die Schule von Harry Potter, aussah.
Madlaina wollte unbedingt nochmals aufs Snowboard, um das Erworbene noch etwas festigen zu können. Und da nach mehreren Tagen Pause alle Blessuren verheilt und Sturzerinnerungen etwas verblasst waren, lohnte es sich schon, sich das Brett nochmals anzuschnallten. Stattdessen machten Andrea, Anna-Lena und Tiemo einen Skitag.
Auch Anna-Lena versuchte sich tags darauf nochmals auf dem Brett, während Tiemo und ich eine kleine Wanderung machten, damit er endlich seinen Dolch, welchen er zum Geburi bekommen hatte, ausprobieren konnte. Nun werden also die beiden Kurven von den Mädchen mehr oder weniger beherrscht und vor allem Madlaina freut sich schon aufs nächste Jahr auf den Übungslift in S-chanf: Nur noch mit Snowboard:-)
Der Rest ist schnell erzählt, es blieb noch etwas Zeit zum Packen, wobei wir möglcihst alle Winterkleider heimschickten oder weitergaben. Mit einem grossen Koffer weniger reisten wir dann weiter nach Vancouver, wo wir aktuell für zehn Tage sind... doch dazu später. (Renato)






















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